Wie ist schamanisches Reisen möglich?

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Dieses Zitat verdeutlicht, wie schamanisches Reisen möglich ist – mit dem Geist können wir andere Welten betreten. Viele fragen sich am Anfang: „Bilde ich mir das alles nur ein? Ist das nicht nur meine eigene Fantasie?“
Das stimmt sogar für den Beginn einer Reise, wenn man sich aktiv einen Zugang in die untere, mittlere oder obere Welt vorstellt. Diese Vorstellung ist dann wie eine Brücke in diese anderen Welten. Und schließlich kommt man an einen Punkt, der über die reine Vorstellungskraft hinausgeht. Dort beginnt die eigentliche schamanische Reise.

Die Weisheit der Bäume

Gestern war ich auf einer sehr schönen schamanischen Veranstaltung unter Bäumen im Hamburger Stadtpark. Dort haben wir gemeinsam geräuchert, gesungen, getrommelt und eine schamanische Reise zu den Baumwesen gemacht.
Eine Botschaft dieser Wesen für mich war: „Wer sich mit den Bäumen verbindet, der kann etwas über Geduld lernen“. Wie wahr, denn für die langlebigen Bäume hat Zeit gewiss eine ganz andere Bedeutung als für uns schnelllebige Menschen… Mehr Geduld zu haben ist ein Thema, welches mich schon lange beschäftigt, und ich war dankbar, wieder einmal daran erinnert zu werden. Außerdem war es wunderbar für mich, auf diese Weise die Zeit der Sommersonnenwende zu ehren.

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Die Farbe, die du siehst

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Ähnlich wie in dieser Geschichte ist es oft auch beim schamanischen Reisen. Dort zeigen sich Wesen aus den anderen Welten und Landschaften häufig so, dass wir sie gut wahrnehmen und auch innerlich verarbeiten können. Deshalb sind schamanische Reisen letztendlich auch sehr individuell. Allein schon der Übergang von unserer Welt in die untere Welt beispielsweise ist bei jedem anders – bei dem einen mag es eine Höhle sein, beim nächsten ist es ein Tunnel oder ein hohler Baum, und es gibt noch viele weitere Möglichkeiten.
Und ein bestimmtes Krafttier mag zwar allgemein gültige Eigenschaften und Aspekte besitzen, und doch zeigt es sich jedem einzelnen auf unterschiedliche Weise, weil es für die Menschen unterschiedliche „Aufgaben“ zu lernen gibt im Leben, oder anders ausgedrückt, weil wir alle unterschiedliche „Baustellen“ haben.

Eine schamanische Nische in Hamburg

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Bei Recherchen zu den Angeboten meiner schamanisch praktizierenden Kolleg/innen in Hamburg habe ich festgestellt, das viele von ihnen mit langjähriger Erfahrung Ausbildungsseminare oder komplette mehrmonatige bis hin zu zwei-/dreijährige Ausbildungen anbieten.
Andere bieten Heilarbeit an, klassischerweise in Einzelsitzungen oder in Heil-Kreisen mit kleinen Gruppen. All das ist sehr wertvoll.
Trommelgruppen oder schamanische Reisegruppen für Anfänger habe ich allerdings vergebens gesucht. Und genau dafür möchte ich einen Raum schaffen in Barmbek.
Denn es kann ja sein, dass du dich für Schamanismus interessierst, aber (noch) nicht weißt, ob das „dein Weg“ ist. Und dass du nicht gleich ein komplettes Ausbildungsseminar besuchen möchtest.
Zum Beispiel habe ich im Basisseminar bei der Foundation of Shamanic Studies erlebt,
dass manche Teilnehmer große Schwierigkeiten hatten, überhaupt schamanisch zu reisen.
Das weist – einfach ausgedrückt – auf zwei Möglichkeiten hin:
Entweder brauchten sie einfach mehr Übung, als in einem solchen Seminar zeitlich gegeben ist. Oder aber schamanische Techniken sind für sie nicht der richtige Weg.

Übrigens kann es hilfreich sein für das schamanische Reisen, wenn man bereits Erfahrung hat mit Meditation, mit Visualisationsübungen, Imaginationsübungen, Achtsamkeitsübungen, Phantasiereisen (auch Traumreisen genannt) oder anderen Selbstversenkungsmethoden. Das ist aber kein Muss, es gibt auch Naturtalente in diesem Bereich. Vielleicht magst du es ja einfach einmal ausprobieren mit dem Schamanismus für Anfänger.

Wie du deine schamanische Berufung erkennst

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Illustration: Natureworks, pixabay

Bitte beachten – der folgende Test vermag nur Tendenzen aufzuzeigen, und es mag auch noch ganz andere Anzeichen für eine schamanische Berufung geben, die hier nicht aufgeführt sind.

(Originaltext von mir aus dem Englischen übersetzt, von dieser Seite:
http://www.shamanism.ws/calling.php)

Einige Hinweise sind uns überliefert aus früheren Zeiten, die zeigen, ob die Spirits* uns zum Schamanismus berufen. Spirits „zeichnen“ den Körper des zukünftigen Schamanen auf die eine oder andere Weise, und diese besonderen Zeichen können nur in der nichtalltäglichen Realität erkannt werden, während sie in unserer Alltagswelt bedeutungslos erscheinen.

Damit du herausfinden kannst, ob du solche Zeichen trägst, habe ich diesen Test erstellt.

Beantworte die folgenden Fragen und du wirst herausfinden, ob dich die Spirits zum Schamanen auserkoren haben. Schamanen werden nämlich tatsächlich von Spirits gewählt. Gleiches gilt für echte Heiler und echte Künstler, um genau zu sein. Ein Schamane ist auch ein Künstler, und der Schamanismus ist eine wahre Kunst. Bei indigenen Völkern sind Schamanen häufig die Kinder von Schamanen, aber diese Berufung wird nicht vererbt. Manche schamanischen Talente mögen wohl vererbt werden, so viel ist wahr, aber der wichtigste Grund für die familiären Bande ist es wohl, dass die Spirits es einfacher finden, den Sohn oder die Tochter eines Schamanen zu rufen, da diese in einem Umfeld aufgewachsen sind, in dem schamanische Traditionen und Techniken bereits gut bekannt sind.

Als erstes mag deine schamanische Berufung sich durch die folgenden Zeichen zeigen, die zurückgehen auf deine Geburt oder frühe Kindheit.

A) Hatte ein Elternteil von dir paranormale Fähigkeiten, z.B. prophetische Träume, Telepathie oder ein wahres Talent für Wahrsagerei (z.B. Tarotkarten legen)? Oder ist ein Elternteil in der Lage, physische Schmerzen durch Handauflegen oder ähnliches zu heilen oder zumindest zu lindern. Dieses Zeichen ist stärker, wenn der so begabte Elternteil die Mutter ist, weil die Weitergabe von Mutter an Kind häufiger ist. Auch ein besonders begabter Großvater oder eine Großmutter mag in Frage kommen.

B) Wurdest du mit einer Glückshaube geboren (eine dünne Membran, die den Kopf einhüllt – wissenschaftlicher Name: Caput galeatum). Dies wird traditionell weltweit als ein Zeichen für eine tiefe Verbindung zu den spirituellen Welten betrachtet.

C) Wurdest du mit zusätzlichen Fingern oder Zehen geboren? Auch das gilt als typisches Anzeichen für eine schamanische Berufung.

D) Hattest du oder hast du Epilepsie? Auch dies könnte auf eine schamanische Berufung hindeuten, das ist aber nicht sicher.

E) Hast du eine Behinderung, die zurückgeht auf deine Kindheit oder Geburt? Insbesondere Lähmungen des Bewegungsapparates und Taubheit können Anzeichen sein für eine schamanische Berufung.

Andere körperliche Zeichen, die nicht immer auf Geburt oder Kindheit zurückgehen:

F) Wurdest du jemals von einem Blitz getroffen oder hast du einen elektrischen Hochspannungsschlag erlitten? Egal ob dies während deiner Kindheit geschah oder im Erwachsenenalter, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Anzeichen für eine schamanische Berufung.

G) Hast du einen Brand oder einen Schiffsbruch überlebt? Oder bist du einmal beinahe ertrunken?

H) Hattest du jemals eine ernste Krankheit, eventuell mit seltsamen Syptomen, welche die Ärzte nicht richtig einordnen konnten? Dies ist die klassische „Schamanen-Krankheit“ oder „heilige Krankheit.“

I) Hast du ein Koma überlebt oder warst du beinahe tot? (Nahtoderfahrungen zählen auch hierzu). Aus Sicht der Schamanen bist du damit in das Land der Toten gegangen und bist zurückgekehrt. Die meisten Menschen bringen schamanische Kräfte mit von einer solch erschreckenden und gefährlichen Reise.

J) Hast du eine ernste Krankheit überlebt, selbst wenn sie anders war als die oben beschriebenen? Oder hast du eine chronische und unheilbare Krankheit? Auch hierbei könnte es sich um „heilige Krankheiten“ handeln, aber das ist nicht mit Sicherheit zu sagen.

All diese körperlichen Anzeichen sind relativ selten und typische Zeichen für zukünftige Schamanen. Häufigere Zeichen betreffen die Persönlichkeit.

1. Hattest du als Kind oder Jugendliche oft das Bedürfnis allein in die Natur oder Wildnis zu gehen, möglicherweise auch, um dort die Nacht zu verbringen? Das ist ein typisches Zeichen für eine schamanische Berufung.

2. Warst du eher als Außenseiter und Einzelgänger als Kind? Betrachteten dich die Leute als exzentrisch oder „anders“?

3. Hast du als Kind oder Erwachsener, etwas Zukünftiges vorausgeahnt oder hattest du öfter nachweisbare Dèjá-vus? (Beispiel: Wenn du an einem unbekannten Ort warst, wusstest du plötzlich, was hinter der nächsten Ecke war, konntest du es jemanden sagen und hattest nachweislich recht?) Nicht nachweisbare Dèjá vus zählen hier nicht.

4. Hast du jemals die Kraft gehabt, Krankheiten zu heilen oder Schmerzen zu lindern, z.B. durch Gebete oder Handauflegen bei einem Erkrankten. Selbstheilungen zählen hier nicht.

5. Hast du jemals Geister oder UFOs gesehen oder gefühlt, dass dich Geister auf irgendeine Weise kontaktiert haben?

6. Hast du jemals wiederholt Träume gehabt von ein und demselben Tier? Oder sind dir in deinen Träumen wiederholt hilfreiche „LehrerInnen“ begegnet, z.B. weise Männer oder Frauen, eventuell aus indigenen Völkern? Dies sind möglicherweise Schutzgeister, die dich darauf aufmerksam machen wollen, dass du eine schamanische Berufung hast, der du nachgehen solltest.

7. Hast du mehrere prophetische Träume gehabt, welche die Zukunft voraussagten oder die heutige oder vergangene Ereignisse zeigten, von denen du nichts wusstest, die du aber später bestätigt fandest?

8. Hast du oft lebhafte und ungewöhnliche Träume? Das könnte bedeuten, dass deine Seele sich zur nichtalltäglichen Wirklichkeit hingezogen fühlt und dies könnte ein Kennzeichen für eine schamanische Berufung sein.

9. Bist du im Alltag oft immer wieder denselben Tieren begegnet, vielleicht unter ungewöhnlichen Umständen? (Haustiere zählen hier nicht.)

10. Verspürst du den starken inneren Drang, ein Schamane oder schamanisch Praktizierender zu werden? Dies ist das zuverlässigste Zeichen für eine schamanische Berufung, insbesondere wenn du nicht genau weißt, warum das so ist und der Drang sehr ausgeprägt ist.

Ergebnisse:
Wenn du eine oder mehrere der Fragen A – J mit „ja“ beantwortet hast und nicht weniger als 3 der übrigen Fragen, Gratulation. Ich wünsche dir alles Gute für dein zukünftiges Leben als schamanisch Praktizierender/Schamane. Deine Berufung ist mit hoher Sicherheit vorhanden, auch wenn du schauen solltest, ob die Spirits dies bestätigen.

Das gleiche Ergebnis liegt vor, wenn du 2 der Fragen A- J mit „ja“ beantwortest hast sowie 2 der übrigen Fragen.

Wenn du eine der A – J Fragen mit „ja“ beantwortest hast und bis zu 2 der übrigen Fragen, ist deine schamanische Berufung ziemlich sicher.

Wenn du eine eine der A – J Fragen und eine der übrigen mit „ja“ beantworten konntest, ist deine schamanische Berufung fast sicher.

Du hast drei von allen Fragen mit „ja“ beantwortet? Dann ist deine Berufung für den schamanischen Weg wahrscheinlich.

Wenn du nur 2 Fragen beantwortet hast aus der Reihe von 1 bis 10, dann ist deine Berufung zwar möglich, aber weniger sicher.

*Spirits: das sind hilfreiche Geistwesen aus der nichtalltäglichen Wirklichkeit, jene Welten, die wir in schamanischen Reisen erforschen können. Spirits können z.B. Krafttiere sein, weise „Lehrer“, (Schutz-)Engel, Fabelwesen oder andere Wesen. Um den Begriff „Spirit“ abzugrenzen gegen Geister, lasse ich ihn unübersetzt.