Mein Weg zum Schamanismus

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Mit ca. 16 Jahren hat meine spirituelle Suche begonnen. Zu dieser Zeit erlebte ich eine tiefe Krise, die ich aus heutiger Sicht als spirituell bezeichnen würde. Schon als Kind war ich immer ein wenig anders als andere, ich war sehr verträumt, habe ein bisschen in märchenähnlichen Fantasiewelten „gelebt“ und war viel in der Natur unterwegs, wo ich gern Tiere beobachtet habe.
Mit 18 interessierte ich mich für die neuen Heiden und Hexen (Wicca und andere), deren Naturverbundenheit mich faszinierte. Ich sehe darin deutliche Überschneidungen zum Schamanismus, jedoch stellten sich die Wege der Heiden und Hexen letztendlich als für mich nicht ganz passend heraus und ich verließ diesen Pfad wieder.
Mit etwa 21 begann ich zu meditieren und regelmäßig Imaginationsübungen zu machen, die der schamanischen Reise ähnlich sind. Damals war mir diese Ähnlichkeit zum Schamanismus allerdings noch nicht bekannt.
2002 habe ich eine Einweihung in den ersten Reiki-Grad nach Dr. Usui erhalten. Wenn es für mich passend ist, möchte ich auch in den zweiten Grad eingeweiht werden – allerdings ist es nicht mein Weg, Reiki-Meisterin oder Lehrerin zu werden.

Seit 2013 praktiziere ich aktiv schamanische Methoden, nachdem ich auf das Buch „Der Weg des Schamanen“ von Michael Harner aufmerksam wurde. Ich habe mich zunächst autodidaktisch durch Literatur und praktische Übungen gebildet und auch Seminare der Foundation of Shamanic Studies besucht zum Thema Kern-Schamanismus (Core-Shamanism). Seit kurzem nehme ich in Hamburg an einen schamanischen Kreis teil, der sich am „Engel-Wolf-Schamanismus“ nach Andreas Krüger und Heidi Baatz orientiert, einer neoschamanischen Methode. Ich werde auch weiter Seminare besuchen, da ich diese als sehr kraftvoll erlebe – und die schamanische Ausbildung ist im Grunde nie zu Ende.

So sehe auch ich mich auch noch mitten auf dem Weg, auf der Reise. Meine Krafttiere und andere Helferwesen lehren mich ebenfalls vieles. Nun bin ich soweit, dass ich einiges davon an Andere weitergeben kann zur Selbsterfahrung.
Bitte beachten: Ich bin weder eine Heilerin noch Therapeutin und gebe auch keine Heilversprechen ab.

Ich nenne mich übrigens bewusst nicht „Schamanin“, sondern schamanisch Praktizierende, denn „Schamanin“ ist aus meiner Sicht ein Ehrentitel, der einem eher durch andere verliehen wird. Das handhabt übrigens jeder schamanisch Praktizierende oder Schamane anders.

Sonstiges
2015 habe ich eine Ausbildung zur Entspannungspädagogin abgeschlossen, so dass ich Entspannungsverfahren anleiten kann. Eines davon, die Phantasiereise oder Traumreise, hat durchaus Ähnlichkeit mit der klassischen schamanischen Reise, wird allerdings anders angeleitet.

Mein persönlicher Ansatz zu schamanischen Praktiken ist undogmatisch, pragmatisch und intuitiv.

Undogmatisch und pragmatisch…

Ich bin zum Beispiel nicht der Ansicht, man müsste jahrelang, möglicherweise sogar im Ausland, bei einem Schamanen „in die Lehre“ gehen, um schamanisch tätig zu werden. Eine gründliche Ausbildung ist auf jeden Fall von Vorteil, doch wie diese im Einzelfall aussehen sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Und: Nicht jede/r schamanische Lehrer/in ist für jede/n passend.

Ich habe durch meine eigenen Erfahrungen den Eindruck, die hilfreichen Geist-Wesen aus der unteren, mittleren und der oberen Welt, wie sie Schamanen nennen, oder auch Anderswelt oder „Nichtalltägliche Wirklichkeit“,  zeigen sich mehr und mehr Menschen und tun dies ebenfalls sehr pragmatisch. Wie nach dem Motto: Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet zum Berg kommen. Weil unsere Welt, unsere Erde, dies mehr denn je braucht.

Das bedeutet wiederum, dass sich auch die schamanischen Ausbildungen verändern können. Sie können angepasst werden an die heutige Zeit und unsere westliche Industrienationen. So ist Schamanismus nicht indigenen Völkern vorbehalten und er ist auch nicht an ein besonders naturverbundenen Leben auf dem Lande gebunden. Selbst in der Großstadt gibt es beispielsweise Orte der Kraft, wie etwa im Buch „Großstadtschamanismus“ von Vera Griebert-Schröder und Franziska Muri deutlich gemacht wird.

Ein weiteres Beispiel soll veranschaulichen, was ich mit undogmatisch meine:
Der „Wanderschamane“ Lars Köhne hat in einem Interview mit Mystica TV folgendes erzählt:
Ihm gefällt der Austausch mit manchen Schamanen (oder solchen, die sich so nennen) gar nicht, weil sie zu dogmatisch sind und andere abfällig beurteilen, z.B. sagen: „Also, die Trommel muss auf jeden Fall mit Hirschhaut bespannt sein und selbst gemacht sein, sonst funktioniert sie nicht“ – wohingegen er seine bei Ebay für 29,90 € gefunden hat. Denn in erster Linie gehe es laut Köhne „um Energie, und da ist der Rahmen erst mal egal, sondern es geht um Intention und Ausrichtung und Selbstermächtigung.“

Und das sehe ich genauso. Es gibt Geschichten von schamanisch Praktizierenden, die ihre Schamanentrommel zu Hause vergaßen und dann einfach eine Blechdose verwendeten – mit einem ebenfalls positiven Ergebnis für ihre schamanische Arbeit.

Bitte verstehe mich nicht falsch: Wenn es beispielsweise für dich stimmig ist, und sich richtig anfühlt, deine eigene Trommel zu bauen, diese zu weihen und nur damit zu trommeln – wunderbar. Dann ist es gut für DICH. Das ist DEINE Wahrheit. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder schamanisch Praktizierende seine eigene Trommeln bauen muss und ein spezielles Ritual machen muss, um sie zu weihen.

Denn Spiritualität und das Erleben derselben wird jedem von uns unterschiedlich deutlich und die schamanischen Spirits zeigen sich jedem von uns in unterschiedlichen Facetten. Das ist ja gerade das Besondere am Schamanismus, dass man darin unmittelbare, direkt erlebbare spirituelle Erfahrungen machen kann, die nicht von außen oder durch festgelegte Rituale/Bilder etc. vorgegeben werden können.

Lars Köhne sagte übrigens weiter in dem Interview: „Denn im Äußeren fühlen sich die Leute meistens hilflos – ich werd nicht reich, ich schaff’s nicht, wie soll ich das denn schaffen, mit Kind und Haus und Rente? Dann gehen sie in die inneren Welten, in die Spiritualität und dann sagen sie, Oh jetzt bin ich wieder schon nicht so gut, jetzt kann ich das noch nicht und der ist ja schon viel weiter, und der sieht ja schon viel mehr, ich muss mehr üben…“ Und Lars Köhne setzte dem entgegen: „Schluss. Wir sind nicht schuldig, wir werden nicht bestraft. Vielleicht hat jeder eine eigene Startposition. Aber wir sind alle heilig. Weil wir es so gut machen, wie wir können. Und das ist für mich heilig.“
Diesen Ansatz finde ich sehr inspirierend für meine eigene schamanische Praxis.

Intuitiv…

Ich befasse mich mit dem Kern-Schamanismus (Core-Shamanism), der von Michael Harner und seinen Kolleg/innen ab den 1980ern in Nordamerika und später auch in Europa verbreitet wurde. (siehe: Was ist Schamanismus?)

Manche dieser Methoden vermittelte ich auch weiter zur Selbsterfahrung. Zugleich ist mir bewusst aus eigener Erfahrung, dass manches nicht für jeden hundertprozentig in jeder Situation passend ist. Deshalb bitte ich darum, auf die eigene Intuition zu vertrauen, jene innere Stimme, die letztendlich am besten weiß, was in einer gegebenen Situation am besten ist.

Ein Beispiel: Du sitzt seit längerem im Schneidersitz und trommelst dich in Trance. Inzwischen sind dir allerdings die Beine eingeschlafen und du kannst dich deshalb nicht mehr auf die Trance konzentrieren. Niemand zwingt dich, weiter auf dem Boden zu sitzen, selbst wenn alle anderen im Kreis es tun. Folge einfach deiner Intuition – steh z.B. auf, damit deine Beine wieder „aufwachen“ und trommele im Stehen weiter. Die Spirits wird das kaum stören, denn das wichtigste ist deine Intention.